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Warum Väter für Töchter so wichtig sind

Männer, wollt ihr für eure Töchter das Leben, das eure Frau mit euch hat? Ich weiß nicht, von wem dieser wunderbare Ausspruch stammt, er zeugt jedoch von einer sehr großen Lebensweisheit. Die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern ist schon oft behandelt worden. In diesem Artikel geht es um die Beziehung zwischen Vätern und Töchtern, die eine so große, oft verkannte Rolle im Leben von Frauen spielt. 

Väter sind für uns sehr prägend, denn in uns lebt immer noch das kleine Mädchen. Väter sind unsere ersten männlichen Bezugspersonen. Je nachdem, wie unsere Beziehung zu unserem Vater war bzw. ist, fühlen wir uns geschützt und gut versorgt, ebenbürtig, voller Vertrauen in unsere Fähigkeiten, anerkannt und wertgeschätzt oder unsicher, voller Selbstzweifel, immer bereit unbewusst den alten väterlichen Erwartungen und Vorstellungen von uns zu entsprechen, um Liebe und Anerkennung zu bekommen.

Doch diese Haltung beschränkt sich nicht nur auf unseren Vater. Gemäß unseren primären Prägungen gestalten wir unsere Beziehungen auch zu unseren Partnern, Arbeitskollegen oder Vorgesetzten. Viele Frauen verfallen in bestimmte Rollenklischees, sobald ein Mann auftaucht. Bei manchen wird die Stimmlage höher und sie mutieren zu kleinen neckischen Mädchen, die um seine Gunst werben. Als Kind konnten sie so ihren Vater umgarnen und sich von ihm verwöhnen lassen. Andere Frauen geben sich extrem unabhängig und dominant. Indem sie in männliche Verhaltensmuster schlüpfen, begegnen sie ihrer Angst als Frau abgewertet zu werden. Sie waren möglicherweise für ihren Vater der Sohn, den er nie hatte und haben gelernt, ihre Weiblichkeit eher zu verstecken. Diese automatischen Verhaltensstrategien sind fast immer unbewusst und können  jederzeit, durch entsprechende Situationen, wieder ausgelöst werden. Wir erleben wir uns dann eher unsicher oder passiv, ohne genau zu verstehen, warum und ohne unsere Reaktionen bewusst steuern zu können. Oft sind wir perfektionistisch, haben Schwierigkeiten gute Grenzen zu setzen oder lassen uns von anderen dominieren, statt selbst zu gestalten. Diese alten Schutzmuster bestimmen nicht nur unser Privat-, sondern auch unser Berufsleben. In einer noch immer überwiegend männlich geprägten Berufswelt sind es oft diese automatisierten weiblichen Verhaltensweisen, die unseren Erfolg bremsen. Denn auf der bewussten Ebene wünschen wir uns gleichberechtigt und ebenbürtig zu handeln und behandelt zu werden.

Doch, wie kann das geschehen, wenn wir uns selbst boykottieren, um Papas braves Mädchen zu bleiben? Nicht umsonst träumen wir oft noch davon versorgt zu werden, ohne es uns wirklich einzugestehen – vielleicht gerade deshalb, weil wir diese gute väterliche Versorgung nie wirklich erlebt haben. Wir lachen über den  Märchenprinz mit seinem verdammten Gaul und doch sind viele Frauen geradezu unverantwortlich nachlässig, wenn es um ihre berufliche und damit auch finanzielle Unabhängigkeit geht. Wir Frauen übernehmen meist im Übermaß die Verantwortung für Haushalt und Kinder. Oft auch, um unserem Partner den Rücken frei zu halten, damit er so erfolgreich bzw. noch erfolgreicher wird, wie unser Vater. Selbst sehr gut verdienende Frauen wünschen sich einen noch besser verdienenden Partner, zu dem sie auf schauen können. Sie sind insgeheim getrieben von der unbewussten Angst zu unabhängig zu werden und dadurch seine Liebe zu verlieren.

Alte Prägungen und Rollenmuster holen uns immer wieder ein. Gerade an diesem Beispiel merken wir, wie sehr unser rationales Wissen und unser Bewusstsein als selbstbestimmte weibliche Wesen in einer modernen Berufswelt mit unseren unbewussten, genetischen Mustern kollidieren. Jahrhundertelang waren Frauen gezwungen sich patriarchalischen Strukturen unterzuordnen, um zu überleben.

Neurobiologisches Stressmanagement kann unser altes Schutzprogramm im wahrsten Sinne des Wortes updaten. Mit Hilfe des Neurobiologischen Stressmanagements die unbewussten Zusammenhänge zu entdecken und uns nachhaltig davon zu befreien, gibt uns wirkliche Gestaltungsfreiheit. In der Gruppe 6 x 6 widmen wir uns diesen kollektiven, von Generation zu Generation weitergegebenen, unbewussten Überzeugungen und Gefühlen. Denn fataler Weise  bestehen diese alten genetischen Prägungen, trotz aller Fortschritte und Errungenschaften der Emanzipations- und Frauenbewegung,  nahezu unverändert. Unser Wissen und unser Bewusstsein für diese Themen sind gewachsen, doch die genetischen Konditionierungen sind die gleichen wie vor hunderten von Jahren. Es ist eine große Chance im geschützten Raum sich mit gleichgesinnten Frauen von diesen unbewussten Schranken zu befreien, um die Entwicklungsmöglichkeiten und Freiheiten, die unserer Gesellschaft mittlerweile Frauen bietet, auch wirklich nutzen zu können. Zu unserem Wohl, doch auch zum Wohl unserer Gesellschaft und zum Wohl unserer Töchter und Söhne.

Ihr Quick-Win-Serviceteil

Die automatisierten, genetisch verankerten Verhaltensmuster bestimmen uns noch immer. Deshalb sollten wir uns diese Fragen stellen:

Wie habe ich meinen Vater erlebt?

  • Was war bzw. ist er für ein Mann?
  • Welche Rolle hat er in meinem Leben gespielt und spielt er noch?
  • Wie war bzw. ist seine Beziehung zu Frauen – zu seiner eigenen Mutter, zu seiner Partnerin, zu mir, seiner Tochter?

Was hat er mir gegeben? Wie hat er mein Selbstbild geprägt?

  • Wie hat er mich gesehen?
  • Wie sieht er mich heute?
  • Wie habe ich mich mit ihm gefühlt?
  • Worin hat er mich unterstützt?
  • Worin hat er mich gebremst?
  • Ist das heute noch immer so? Was hat sich verändert?
  • Welches Verhalten Männern gegenüber stammt noch aus meinen Kindertagen?
  • Welche Vorstellungen von mir habe ich von ihm übernommen?

Wie hat mein Vater meine Beziehungen beeinflusst?

  • In welchen Eigenschaften ähneln meine Partner, meine Chefs bzw. männlichen Mentoren meinem Vater?
  • In welchen unterscheiden sie sich?
  • Welche Herausforderungen begegnen mir immer wieder in Bezug auf Männer?
  • Wie beeinflusst die Beziehung zu meinem Vater auch meine Kindererziehung?

Manchmal reicht es sich dessen bewusst zu werden, um sich zu verändern.

Doch, wenn wir uns immer wieder in den gleichen Mustern wiederfinden, hilft uns Neurobiologisches Stressmanagement die unbewussten Zusammenhänge zu entdecken, uns nachhaltig davon zu befreien und eine neue Wahl zu treffen.